Dr. Martina Fausch

Sexocorporel

Traditionell wird gedacht, dass alle Konflikte im emotionalen Teil unseres Seins sitzen und dass sich die Sexualität selber ausarbeitet. Körper und Geist werden oft als zwei getrennte Einheiten betrachtet. Der Kampf dieser zwei Einheiten hat sich aus dieser dualistischen Wahrnehmung entwickelt. Im Gegensatz zum reinen Geist und zur reinen Seele wird der impulsgetriebene unreine Körper als minderwertig angesehen. In vielen Sextherapie-Schulen werden immer noch „sexologische Evaluationen“ ohne Einbezug der physischen sexuellen Realität durchgeführt. Folglich werden sexuelle Probleme in erster Linie als Symptome von psychischen Konflikten oder Störungen in der Partnerschaft verstanden.

Sexocorporel basiert auf der grundlegend untrennbaren Einheit von Körper und Geist und nutzt das logische Konzept, dass alles gelernt werden muss; auch die Sexualität. Dieses Modell erlaubt die sexologische Auswertung aller Komponenten, die in der menschlichen Sexualität interagieren. Du kannst so mit den für Dich nötigen Fähigkeiten vertraut gemacht werden, um eine bessere Sexualität zu erlagen. Sexocorporel unterscheidet und untersucht die verschiedenen Komponenten, die in Praxis und Erfahrung der Sexualität zusammenspielen. Das Teilen in Komponenten des Untrennbaren – das menschliche Wesen – erlaubt differenzierte Arbeitshypothesen. Die sexuelle Identität einer Person ist wie der Körper und seine Physiologie bei der Empfängnis bestimmt. Alle anderen beteiligten Komponenten in der Sexualität sind Teile der menschlichen sexuellen Entwicklung. Diese Entwicklung entsteht aus dem Ergebnis des persönlichen und sozialen Lernprozesses.

Sexocorporal sieht Intrapsychische- oder Beziehungsprobleme als indirekte Ursachen für sexuelle Probleme und konzentriert sich deshalb auf die direkten Ursachen. Dies unter Berücksichtigung, dass Gehirn und Körper eine funktionale Grundeinheit sind. Innerhalb dieser Einheit beeinflussen nicht nur geistige Prozesse den Körper, ebenso wichtig ist die Beeinflussung unserer körperlichen Zustände und Prozesse auf das Gehirn, von wo aus unsere Emotionen, Fantasien, Gedanken und Wahrnehmungen entstehen.

(Einige Informationen in diesem Abschnitt stammen aus „Das Konzepte von Sexocorporel“ von Peter Gehrig und Karol Bischof, www.ZiSmed.ch)

Eine Liebe ohne Sex hat den Geschmack eines edlen Gerichts ohne jegliche Würze; man isst und isst und fühlt sich nie richtig satt. Manfred Poisel