Dr. Martina Fausch

Sexuelle Anliegen

Anorgasmie

Als Anorgasmie bezeichnet man die Unfähigkeit, die sexuelle Erregung zum „Point Of No Return“ zu steigern und auf diesem Höhepunkt einen Orgasmus zu erreichen. Anorgasmie kann auch bei Männern auftreten, kommt aber vor allem in der weiblichen Sexualität vor. 10-15% der Frauen haben noch nie einen Orgasmus erlebt, sei es bei der Selbstbefriedigung oder beim Sex mit einem Partner, und dem sagt man primäre Anorgasmie. Wenn eine Frau (oder ein Mann) in der Lage ist, einen Orgasmus bei der Selbstbefriedigung oder nur unter sehr spezifischen Umständen zu erreichen spricht man von sekundärer Anorgasmie. Wenn die primären und sekundären Anorgasmie-Probleme addiert werden, sind die Raten eher 50% oder sogar höher.

Nicht in der Lage zu sein, einen Orgasmus zu erreichen kann frustrierend sein und einsam machen. Aber das muss nicht so sein. Sex ist eine Aktivität und mit therapeutischen Schritten kann seine Funktion und ultimative Zufriedenheit gelernt und erlebt werden.

Eine detaillierte sexologische Evaluation aller Komponenten der Sexualität sowie eine objektive Beobachtung helfen, die Logik Deiner eigenen Beziehung zwischen Körper und Gehirn zu enthüllen. Ein Behandlungsplan, der auf dem Konzept der Gehirn- und Körperverbindung basiert, fokussiert sich auf Deine Stärken und auch auf Deine Grenzen. Je nach Klientin können bei den Anorgasmie-Behandlungen Sitzungen über folgende Themen abgehalten werden: erwerben der physiologischen Kenntnisse über den Orgasmus, entwickeln der Wahrnehmung und Identifizierung der sexuellen Erregung, herstellen der Fähigkeit die Erregung zu verlängern, Bereicherung der Erregungs-Quellen, Entwicklung der Auto-Zentrierung in sexuellen Interaktionen und das Entwickeln eines Erregungsmodus, der die tiefen, sensorischen Rezeptoren aktiviert.

Frauen suchen nach Zeichen – Zeichen der Erregung und des sexuellen Genusses, wenn eigentlich diese Empfindungen gefühlt werden müssten. Körperliche Empfindungen, die durch die Stimulation von oberflächlichen und tiefen sensorischen Rezeptoren hervorgerufen werden, können nicht gesehen werden, müssen aber gefühlt werden. Diese Empfindungen zu spüren ist lernbar, ebenso wie es lernbar ist, die Erregung zu dem sexuellen Höhepunkt, zum Orgasmus, zu steigern!

Erektionsstörungen

Erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet die anhaltende oder wiederkehrende Schwierigkeit oder Unfähigkeit, eine funktionale Erektion aufzubauen und zu kontrollieren. Es gibt wahrscheinlich kein anderes medizinisches Leiden, das potenziell so frustrierend für Männer ist wie die erektile Dysfunktion. Die Erektion ist die männliche Identitätskarte und ist oft direkt verbunden mit seinem Gefühl von seiner eigenen Männlichkeit und biologischem Geschlecht. ED kann bei Männern jeder Altersgruppe auftreten. Sei es auf dem Höhepunkt ihrer sexuellen Kraft oder wenn sie befürchten, dass das Alter und /oder Probleme mit der Prostata sie für immer ihrer Männlichkeit beraubt haben.

In Deiner Evaluations Besprechung wird Deine Art von ED identifiziert. Es wird herausgefunden, wie Du darüber denkst und ob die Ursache psychologisch oder physiologisch ist. Bei physiologischen Ursachen wird eine medizinische und neurologische Untersuchung empfohlen so dass eine physikalische Ursache ausgeschlossen und ein geeigneter Behandlungsplan erstellt werden kann.

Je nach psychologischer Ursache des ED kann der Behandlungsplan Sitzungen für die folgenden Themen beinhalten: Das allgemeine Wissen über die Sexualität vertiefen und ein Anker für die Wahrnehmung der genitalen Erregung entwickeln; das Erhöhen der genitalen Erregungsquellen; das Erweitern des Erregungsmodus; das sexuelle Verlangen und Phantasien sowie das Gleichgewicht der körperlichen Gesundheit und eventueller Medikation besprechen; die Verbindung zwischen Genitalerregung und Genuss herstellen; den Zugang zu phallischer Erotisierung erschaffen und die Verstärkung des sexuellen Vertrauen.

Die Gedanken allein sind nicht ausschlaggebend, wenn es um Sex geht. Aber sie sind sicherlich dem was auf dem zweiten Platz folgt weit voraus. Die Gedanken können schönen, funktionalen und befriedigenden Sex gestalten, sie können aber auch den Sex zu einer Qual machen. Achtsamkeits-Übungen betrauen den Geist mit der Kontrolle und so wird der Effekt der negativen Spirale reduziert. Eine Voraussetzung für einen guten Liebhaber ist das Selbstbewusstsein. Die Behandlung kann Dich von den selbst auferlegten Versagensängsten befreien, so dass Du Deinen Penis wieder als funktionierendes „Sinnesorgan“ entdeckst.

Body Image

Sex zu haben macht viel Spass. Den Sex in vollem Umfang zu geniessen ist nur dann möglich, wenn Du Deinen eigenen Körper zu schätzen und lieben lernst!

Leider erleben eine Menge Leute diese Liebe nicht. Es macht Ihnen Mühe, extra Pfunde, alternde Haut oder andere Unvollkommenheiten zu akzeptieren. Sie stehen am Morgen auf, hassen ihren Körper und mit anhaltender Feindseligkeit gehen Sie am Abend damit ins Bett. Alle Werbeartikel im Internet und in Zeitschriften betreffend körperlicher Fitness reden nur über den gesundheitlichen Aspekt eines „guten“ Körpers. Niemand spricht wirklich über die sexuellen Vorteile eines Körpers, der von seinem Besitzer geliebt wird, so wie er ist.

Deine Körperbild-Sitzung beginnt mit einer sexologischen Evaluation, um Deine Beziehung zu Deinem eigenen Körper und Deiner eigenen Motivation zu bestimmen. Fragebögen, In-Office- und Heimübungen sind Teil des Behandlungsplans. Du wirst lernen, was geändert werden kann und was nicht, und was Du eigentlich ändern möchtest. Eine neue, liebende Beziehung zum eigenen Körper lässt diesen mit einem besserem Selbstwertgefühl, sexuellem Vertrauen und erhöhtem sexuellen Verlangen und Lust aufblühen.

Vorzeitiger Samenerguss

Erkenntnisse aus einer globalen Studio über sexuelle Einstellungen und Verhaltensweisen deuten darauf hin, dass etwa 30% der Männer aller Altersgruppen zu schnell kommen. In der Mehrzahl der Fälle hat vorzeitige Ejakulation eine psychische Ursache. Die Behandlung dieser Ursache ist eine der einfachsten Herausforderungen im sexuellen Bereich.

Die Kontrolle über die Erregung kann gelernt werden, eine Tatsache, die sehr begeisternd ist. Die Intensität der sexuellen Erregung kann bewusst beeinflusst und erweitert werden, so dass Du die Dauer kontrollieren kann. Eine länger kontrollierte sexuelle Erregung bringt Vorteile wie erhöhtes sexuelles Vertrauen, Verringerung der Leistungsangst, grössere Freude beim Sex, eine Verbesserung der Beziehung zum Partner sowie eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit.

Länger dauernder Sex ist eine schöne Sache und soooo die Mühe wert.

Andere sexuelle Probleme

Nicht alle sexuellen Probleme passen in die obengenannten Kategorien. Aber bei allen steht das Ziel im Vordergrund, Dich bei der Überwindung Deiner sexuellen Herausforderungen zu unterstützen und Dir so zu einem sexuell erfüllten Leben zu verhelfen. Einige Beispiele beinhalten, sind aber nicht beschränkt auf: Vaginismus, Mangel an sexuellem Verlangen, Verwirrung über sexuelle Anziehung, Fetische, niedriges sexuelles Selbstwertgefühl, Konflikt mit sexuellen Fantasien und Mangel an erotischen Fähigkeiten. Das integrative Konzept von Sexocorporel umfasst alle Ebenen der menschlichen Sexualität wie Biologie, Erregungsfunktion, sexodynamische Komponenten, Beziehung und Gesellschaft. Nichts ist tabu oder wird verurteilt.

Sexuelle Dinge nicht besprechen?!? Wie wenn der Botaniker sagte: Wir wollen uns auf das Wurzelleben der Pflanze nicht weiter einlassen... Peter Altenberg